Die DGSKA, die Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie, ist die zentrale Fachgesellschaft für Ethnologinnen und Ethnologen im deutschsprachigen Raum. Sie dient als essenzielle Plattform für den wissenschaftlichen Austausch, die Förderung des Nachwuchses und die Vertretung der Interessen des Fachs in der akademischen Welt sowie in der breiten Öffentlichkeit. Alle zwei Jahre organisiert die DGSKA bedeutende Kongresse, die wegweisende Themen wie „Decolonizing Anthropology“, die Rolle der Disziplin im Anthropozän und Fragen der Restitution von Kulturgütern aufgreifen.
- Die DGSKA wurde 1929 gegründet und hat etwa 740 Mitglieder.
- Alle zwei Jahre findet eine große Tagung statt, zuletzt 2023 in München, die nächste 2025 in Köln.
- Wichtige Themen sind Decolonizing Anthropology, das Anthropozän und die Restitution von Kulturgütern.
- Der jährliche Mitgliedsbeitrag variiert zwischen 40 € für Studierende und 135 € für Vollzeitangestellte (Stand 2023).
📜 Forschung und Einordnung

Die Ethnologie in Deutschland, repräsentiert durch die DGSKA, befindet sich in einem ständigen Wandel, der von globalen Diskursen und einer kritischen Selbstreflexion geprägt ist. Die aktuellen Schwerpunkte spiegeln die drängendsten Herausforderungen der Disziplin wider.
Die Ethnologie in Deutschland ringt mit ihrer historischen Verantwortung und den Anforderungen einer globalisierten Welt. Während die kritische Selbstreflexion voranschreitet, bleiben die praktische Umsetzung von Dekolonisierung und die Integration neuer Forschungsparadigmen eine ständige Herausforderung, die auf den DGSKA-Tagungen intensiv diskutiert wird.
Aufgaben und Ziele der DGSKA

Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachwuchsförderung. Durch Mentoring-Programme, studentische Arbeitsgruppen und die Integration junger Forschender in die Kongressorganisation stellt die DGSKA sicher, dass neue Perspektiven und Methoden in das Fach einfließen und die nächste Generation von Ethnologinnen und Ethnologen aktiv mitgestaltet. Die DGSKA versteht sich dabei als dynamischer Akteur, der auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen reagiert und die kritische Auseinandersetzung mit globalen Herausforderungen fördert.
Geschichte und Entwicklung der DGSKA

Die Gesellschaft hat im Laufe ihrer Geschichte immer wieder auf gesellschaftliche und wissenschaftliche Veränderungen reagiert. Sie hat sich von einer primär deskriptiven Sammeldisziplin zu einem kritisch-analytischen Fach entwickelt, das sich aktiv an Debatten über Globalisierung, Migration, Identität und soziale Gerechtigkeit beteiligt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Themen der alle zwei Jahre stattfindenden Tagungen wider, die stets die aktuellen Forschungstrends und die drängendsten Fragen der Zeit aufgreifen.
DGSKA-Tagungen: Aktuelle Schwerpunkte und Debatten

| Tagungsjahr | Ort | Thema |
|---|---|---|
| 2023 | München | Kontroversen der Anthropologie |
| 2025 | Köln | Un/Commoning Anthropology |
| 2027 | Hamburg | Details noch ausstehend |
Die DGSKA Tagung 2025 in Köln steht unter dem Titel „Un/Commoning Anthropology“ und lädt zur Reflexion über gemeinsame und ungemeine Praktiken in der Ethnologie ein. Themen wie „Decolonizing Anthropology“ und die Restitution von Kulturgütern sind dabei von zentraler Bedeutung. Diese Diskussionen fordern eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Faches, insbesondere im Hinblick auf seine Verstrickungen mit Kolonialismus und Machtstrukturen. Ziel ist es, die Ethnologie als Disziplin neu zu denken und gerechtere Forschungspraktiken zu entwickeln.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit dem Anthropozän. Hierbei geht es um die Rolle der Ethnologie bei der Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen menschlichen Gesellschaften und der Umwelt. Die Forschung fragt, wie kulturelle Praktiken und Wissenssysteme zur Bewältigung globaler Umweltkrisen beitragen können. Die DGSKA fördert hierbei interdisziplinäre Ansätze und den Austausch mit anderen Natur- und Sozialwissenschaften.
Mitgliederstruktur und Regionalgruppen der DGSKA
Die DGSKA hat laut eigenen Angaben um die 740 Mitglieder, die sich aus Studierenden, Lehrenden, Forschenden und Praktikern zusammensetzen. Diese breite Mitgliederbasis spiegelt die Vielfalt des Faches wider. Innerhalb der Gesellschaft gibt es verschiedene Regionalgruppen und Arbeitsgemeinschaften (AGs), die sich spezifischen Themen oder geografischen Schwerpunkten widmen.Ein Beispiel hierfür ist die Regionalgruppe China(s), die 2015 in Marburg gegründet wurde und sich mit ethnologischen Forschungen zu China und seinen vielfältigen Kulturen befasst. Eine weitere wichtige Arbeitsgruppe ist die AG Medical Anthropology (medicalanthropology.de), die sich mit der Erforschung von Gesundheit, Krankheit und Heilung in verschiedenen kulturellen Kontexten auseinandersetzt. Diese AGs bieten den Mitgliedern die Möglichkeit, sich zu spezialisieren, Netzwerke zu bilden und gemeinsame Forschungsprojekte zu initiieren. Sie tragen maßgeblich zur inhaltlichen Breite und zur Dynamik der DGSKA bei.
Ethik und Mentoring in der DGSKA
Die DGSKA legt großen Wert auf ethische Richtlinien in der ethnologischen Forschung. Dies beinhaltet den respektvollen Umgang mit Forschungsteilnehmenden, die Sicherstellung von Anonymität und Datenschutz sowie die kritische Reflexion der eigenen Rolle als Forschende. Die Gesellschaft hat dazu einen Ethikkodex entwickelt, der als Leitfaden für gute wissenschaftliche Praxis dient und regelmäßig überarbeitet wird, um aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden.Im Bereich der Nachwuchsförderung bietet die DGSKA ein umfassendes Mentoring-Programm an. Dieses Programm bringt erfahrene Ethnologinnen und Ethnologen mit jungen Forschenden zusammen, um sie bei ihrer akademischen und beruflichen Entwicklung zu unterstützen. Mentoren geben Ratschläge zur Karriereplanung, zur Publikation von Forschungsergebnissen und zur Navigation im akademischen Feld. Ziel ist es, den Übergang vom Studium in die Forschung und Lehre zu erleichtern und den wissenschaftlichen Nachwuchs optimal auf die Anforderungen des Berufsfeldes vorzubereiten.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag der DGSKA?
Der jährliche Mitgliedsbeitrag der DGSKA variiert je nach Anstellungsstatus. Für Mitglieder mit einer Anstellung über 65 % beträgt der Beitrag seit 2023 bei Erteilen einer Einzugsermächtigung 135 €. Mitglieder mit einer Stelle bis zu 65 % zahlen einen ermäßigten Beitrag von 90 €. Studierende und vorübergehend Erwerbslose entrichten einen nochmals reduzierten Mitgliedsbeitrag von 40 €. Diese Staffelung soll sicherstellen, dass die Mitgliedschaft für alle Interessierten zugänglich bleibt und die DGSKA eine breite Basis an Forschenden und Studierenden ansprechen kann.
Welche Regionalgruppen gibt es bei der DGSKA?
Innerhalb der DGSKA existieren verschiedene Regionalgruppen und Arbeitsgemeinschaften, die sich spezifischen Themen oder geografischen Regionen widmen. Beispiele hierfür sind die Regionalgruppe China(s), die sich auf ethnologische Forschungen zu China konzentriert, und die AG Medical Anthropology, die sich mit Gesundheit und Krankheit in unterschiedlichen kulturellen Kontexten befasst. Diese Gruppen fördern den Austausch und die Spezialisierung innerhalb der DGSKA und tragen zur thematischen Vielfalt der Fachgesellschaft bei. Sie bieten Mitgliedern eine Plattform für intensive Zusammenarbeit und Diskussionen.
Was ist Kulturanthropologie?
Kulturanthropologie ist eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung menschlicher Kulturen und Gesellschaften befasst. Sie untersucht die Vielfalt menschlicher Lebensformen, Überzeugungen, Praktiken und sozialen Strukturen in verschiedenen Kontexten weltweit. Dabei werden Themen wie Identität, Globalisierung, Migration, Macht und soziale Ungleichheit analysiert. Die Kulturanthropologie bedient sich dabei primär qualitativer Forschungsmethoden wie der teilnehmenden Beobachtung und der Feldforschung, um ein tiefes Verständnis für die Perspektiven der Menschen zu entwickeln, die sie untersucht. Die DGSKA trägt als Fachgesellschaft maßgeblich zur Weiterentwicklung und Diskussion dieses vielfältigen Faches bei.
Welche Rolle spielen Ethik und Mentoring in der DGSKA?
Ethik und Mentoring sind zentrale Säulen der DGSKA. Die Fachgesellschaft hat einen umfassenden Ethikkodex entwickelt, der Forschenden als Leitfaden für einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Forschungspartnern und Daten dient. Dieser Kodex adressiert Fragen des Datenschutzes, der Anonymität und der Vermeidung von Machtmissbrauch in der Feldforschung. Gleichzeitig fördert die DGSKA den wissenschaftlichen Nachwuchs durch ein strukturiertes Mentoring-Programm. Hierbei werden junge Forschende von erfahrenen Mitgliedern bei ihrer Karriereplanung, der Publikation von Forschungsergebnissen und der Integration in die akademische Gemeinschaft unterstützt. Beide Bereiche stärken die Qualität und Integrität der Ethnologie.
Wo finde ich Informationen zur nächsten DGSKA-Tagung?
Informationen zur nächsten DGSKA-Tagung, wie beispielsweise die DGSKA Tagung 2025 in Köln unter dem Thema „Un/Commoning Anthropology“, finden Sie in der Regel direkt auf der offiziellen Webseite der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (dgska.de). Dort werden Calls for Papers, Registrierungsfristen, Programmübersichten und Details zu den Veranstaltungsorten veröffentlicht. Auch auf den Webseiten der ausrichtenden Universitäten oder in Fachportalen wie Evifa (evifa.de) können Sie aktuelle Informationen zu den kommenden Tagungen der DGSKA finden. Es empfiehlt sich, die offiziellen Kanäle regelmäßig zu überprüfen.
🏁 Fazit: Die DGSKA als Impulsgeber der Ethnologie
Die DGSKA ist als Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie mehr als nur eine Fachgesellschaft; sie ist ein entscheidender Impulsgeber für die Ethnologie im deutschsprachigen Raum. Mit ihren alle zwei Jahre stattfindenden Tagungen und der Fokussierung auf relevante Themen wie Dekolonisierung, das Anthropozän und Restitution prägt sie die wissenschaftliche Debatte nachhaltig. Die Förderung des Nachwuchses und die Etablierung ethischer Standards sichern die Zukunftsfähigkeit des Faches und seine gesellschaftliche Relevanz.
🔬 Über den Autor: Sandra Vogt – Redaktion · Forschung & Methoden
Wer sich mit der Entwicklung der Ethnologie in Deutschland beschäftigt, stößt unweigerlich auf die DGSKA und ihre Kongresse. Die Auseinandersetzung mit Themen wie „Decolonizing Anthropology“ und Restitution zeigt, wie stark sich die Fachgesellschaft den aktuellen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten stellt und aktiv an der Neuausrichtung des Faches mitwirkt.
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