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Coco Disney und der Día de Muertos: Ein Fallbeispiel

Disney's 'Coco' und die Kontroverse um den Día de Muertos. Erfahren Sie mehr über Disneys Trademark-Versuch 2013, indigene Beratung und kulturelle Aneignung. → Jetzt lesen

Coco Disney und der Día de Muertos: Ein Fallbeispiel
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2026-07-11

Der Film Coco Disney von Pixar aus dem Jahr 2017 hat weltweit ein Millionenpublikum begeistert und den mexikanischen Día de Muertos (Tag der Toten) in den Fokus der Popkultur gerückt. Doch der Weg zum gefeierten Animationsfilm war nicht frei von Kontroversen, insbesondere im Hinblick auf Fragen der kulturellen Aneignung und des Schutzes indigener Traditionen. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe der Produktion, Disneys umstrittenen Trademark-Versuch und die Bedeutung eines indigenen Beratergremiums für die Authentizität des Films.

Kurz zusammengefasst: Der Animationsfilm Coco Disney von Pixar (2017) thematisiert den mexikanischen Día de Muertos. Vor der Produktion löste Disney 2013 einen öffentlichen Aufschrei aus, als das Unternehmen versuchte, den Begriff „Día de los Muertos“ als Marke zu schützen. Nach massiven Protesten, insbesondere aus der mexikanisch-amerikanischen Community, zog Disney den Antrag zurück. Der Film wurde schließlich unter Einbindung eines indigenen Beratergremiums realisiert, um kulturelle Authentizität zu gewährleisten.
📋 Das Wichtigste in Kürze
  • Der Film Coco Disney wurde 2017 von Pixar Animation Studios produziert.
  • 2013 versuchte Disney, den Begriff „Día de los Muertos“ als Trademark zu registrieren.
  • Der Trademark-Versuch führte zu massiven Protesten und wurde von Disney zurückgezogen.
  • Für die Produktion von Coco Disney wurde ein indigenes Beratergremium, darunter Lalo Alcaraz, hinzugezogen.
  • Der Film gewann zwei Oscars: Bester Animationsfilm und Bester Filmsong („Remember Me“).

Was ist Coco Disney?

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Foto: Yo Soy Flashh / Pexels

Coco Disney ist ein US-amerikanischer Computeranimationsfilm, der 2017 von Pixar Animation Studios für Walt Disney Pictures produziert wurde. Unter der Regie von Lee Unkrich und Adrian Molina erzählt der Film die Geschichte des zwölfjährigen Miguel, der davon träumt, Musiker zu werden, obwohl Musik in seiner Familie verboten ist. Auf der Suche nach seinen Wurzeln gerät Miguel in das farbenprächtige Reich der Toten, wo er versucht, seine Familiengeschichte zu entschlüsseln und die Erlaubnis zu erhalten, Musik zu machen. Der Film wurde für seine visuelle Gestaltung, seine Musik und seine emotionale Tiefe gelobt und war ein großer kommerzieller Erfolg, der zwei Oscars gewann.

Der Trademark-Skandal 2013

Coco Disney und der Día de Muertos: Ein Fallbeispiel
Foto: Juan Sebastian Vasquez Delgado

Bevor der Film Coco Disney überhaupt in Produktion ging, sorgte Disney im Jahr 2013 für einen massiven öffentlichen Aufruhr. Das Unternehmen versuchte, den Begriff „Día de los Muertos“ als Marke (Trademark) für eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen zu registrieren, darunter Spielzeug, Kleidung, Lebensmittel und sogar Unterhaltungsshows. Dieser Versuch wurde von vielen als eklatantes Beispiel für kulturelle Aneignung und Kommerzialisierung einer tief verwurzelten mexikanischen Tradition verurteilt. Kritiker, insbesondere in der mexikanisch-amerikanischen Community, sahen darin den Versuch, eine jahrhundertealte kulturelle Praxis zu privatisieren und Profit aus ihr zu schlagen, ohne die kulturellen Wurzeln oder die Bedeutung des Festes angemessen zu würdigen. Der Karikaturist Lalo Alcaraz startete eine Online-Petition und eine Kampagne unter dem Titel „Muerto-Mania“, die breite Unterstützung fand. Angesichts des überwältigenden Widerstands zog Disney den Trademark-Antrag schließlich zurück und entschuldigte sich für das Vorgehen.

📜 Forschung und Einordnung

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Foto: Luis Becerra Fotógrafo / Pexels
EINORDNUNG Forschungsstand und offene Fragen

Der Fall Coco Disney und der Trademark-Versuch beleuchtet die komplexen Debatten um kulturelle Aneignung und die Rolle großer Konzerne im Umgang mit indigenen Traditionen. Die Forschung diskutiert hierbei die Grenzen zwischen Inspiration und Kommerzialisierung.

1
Kulturelle Aneignung vs. Wertschätzung: Die anfängliche Kritik an Disneys Trademark-Versuch von „Día de los Muertos“ zeigt, wie schnell die Grenze zur kulturellen Aneignung überschritten werden kann. Das Bestreben, eine fest verwurzelte Tradition zu kommerzialisieren, ohne die Urheber oder die kulturelle Bedeutung zu respektieren, löste verständlicherweise Empörung aus.
2
Bedeutung indigener Beratung: Die Einbindung eines Beratergremiums, zu dem auch Lalo Alcaraz gehörte, markiert einen wichtigen Schritt zur Vermeidung weiterer Fehltritte. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, indigene Stimmen und Perspektiven direkt in den kreativen Prozess einzubeziehen, um Authentizität und Respekt zu gewährleisten.
3
Kommerzialisierung und kultureller Schutz: Der Fall wirft die Frage auf, wie kommerzielle Medien mit kulturellen Festen umgehen sollten. Während die Popularisierung indigener Kulturen positive Effekte haben kann, ist ein sensibler Umgang entscheidend, um die Gefahr der Entfremdung und Trivialisierung zu minimieren. Hier sind klare Richtlinien und Selbstverpflichtungen von Unternehmen gefordert.
4
Medien als Multiplikatoren: Filme wie Coco Disney haben eine enorme Reichweite und prägen das Bild von Kulturen weltweit. Die Verantwortung, diese Darstellungen akkurat und respektvoll zu gestalten, ist daher immens. Die wissenschaftliche Forschung im Bereich der Medienethnologie begleitet diese Prozesse kritisch.
📚 FORSCHUNGSSTAND

Die Diskussion um kulturelle Aneignung in Medien ist ein dynamisches Feld. Aktuelle Studien analysieren die Auswirkungen von Filmen wie Coco Disney auf die Wahrnehmung indigener Kulturen und plädieren für partizipative Ansätze in der Filmproduktion. Offene Fragen betreffen die langfristigen Effekte auf die Authentizität und Kommerzialisierung indigener Traditionen.

Kulturelle Sensibilität und Beratung

Coco Disney und der Día de Muertos: Ein Fallbeispiel
Foto: Sabine Otten

Aus dem Trademark-Fiasko zog Disney eine wichtige Lehre: Für die Produktion von Coco Disney wurde ein umfassendes Beratergremium aus mexikanischen Kulturschaffenden, Historikern und Aktivisten zusammengestellt. Zu den prominentesten Mitgliedern gehörte der bereits erwähnte Karikaturist Lalo Alcaraz, aber auch die Drehbuchautorin Marcela Davison Avilés und der Kulturberater Rudy Cervantes. Ihre Aufgabe war es, sicherzustellen, dass der Film den Día de Muertos und die mexikanische Kultur respektvoll und authentisch darstellt. Dies umfasste Details von der Gestaltung der Ofrendas (Altäre für die Verstorbenen) über die Darstellung der Skelette bis hin zu den familiären Dynamiken und der musikalischen Tradition. Durch diese Zusammenarbeit gelang es, einen Film zu schaffen, der von der mexikanischen Community weitgehend positiv aufgenommen wurde und als Beispiel für einen gelungenen Versuch der kulturellen Wertschätzung in einem Mainstream-Produkt gilt.

Die Rolle des Día de Muertos

Der Día de Muertos ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und eines der wichtigsten Feste in Mexiko. Es ist kein Trauertag, sondern ein farbenfrohes und freudiges Gedenken an die Verstorbenen, die für eine Nacht in die Welt der Lebenden zurückkehren. Familien bauen Altäre mit Fotos, Essen, Getränken und persönlichen Gegenständen der Verstorbenen. Traditionelle Elemente wie Zuckerschädel (Calaveras de Azúcar), Ringelblumen (Cempasúchil) und das Gebäck Pan de Muerto spielen eine zentrale Rolle. Coco Disney fängt diese Essenz des Festes ein und vermittelt sie einem globalen Publikum. Der Film trägt dazu bei, Missverständnisse über den Día de Muertos abzubauen, der oft fälschlicherweise mit Halloween verglichen wird, und stattdessen seine tiefere Bedeutung als Feier des Lebens und der familiären Bindung hervorzuheben.

Aspekt Disney’s Vorgehen (2013) Disney’s Vorgehen (Coco Produktion)
Trademark-Anmeldung Versuch, „Día de los Muertos“ als Marke zu schützen. Antrag nach Protesten zurückgezogen.
Kulturelle Beratung Keine offizielle externe Beratung vor Trademark-Versuch. Einrichtung eines Beratergremiums mit mexikanischen Experten.
Darstellung des Festes Ursprünglich Fokus auf Kommerzialisierung. Authentische und respektvolle Darstellung der Traditionen.
Reaktion der Community Massive Kritik und Proteste. Weitgehend positive Reaktionen und Anerkennung.

Häufige Fragen zu Coco Disney

Ist der Film Coco von Disney?

Ja, der Film Coco Disney wurde von den Pixar Animation Studios produziert, die seit 2006 zu The Walt Disney Company gehören. Er wurde 2017 veröffentlicht und ist ein integraler Bestandteil des Disney-Pixar-Katalogs. Dies bedeutet, dass der Film über Disney-eigene Kanäle wie Disney+ vertrieben wird und Teil des umfassenden Merchandising-Angebots des Konzerns ist. Die Produktion erfolgte unter der kreativen Leitung von Pixar, mit der finanziellen und vertrieblichen Unterstützung von Disney.

Was für ein Tier ist Coco?

Die Frage, was für ein Tier Coco ist, bezieht sich auf den Filmtitel und nicht auf eine Tierfigur im Film. Der Name „Coco“ im Film bezieht sich auf die Urgroßmutter von Miguel, Mamá Coco. Im Film gibt es jedoch eine wichtige tierische Begleiterfigur: Dante, einen mexikanischen Nackthund (Xoloitzcuintle). Dante ist Miguels treuer Freund und spielt eine entscheidende Rolle in Miguels Reise in das Reich der Toten. Seine Darstellung ist eine Hommage an die Xoloitzcuintle, die in der mexikanischen Mythologie als Führer der Seelen ins Jenseits gelten.

Ist der Film Coco auf Netflix?

Nein, der Film Coco Disney ist nicht auf Netflix verfügbar. Als Produktion von Pixar und Disney ist er exklusiv auf der Streaming-Plattform Disney+ zu sehen. Disney hat in den letzten Jahren seine Inhalte von anderen Streaming-Anbietern zurückgezogen, um seine eigene Plattform zu stärken. Um Coco und andere Disney-Pixar-Filme legal streamen zu können, benötigen Sie daher ein Abonnement für Disney+. Auf anderen Plattformen ist der Film nur über Kauf- oder Leihoptionen erhältlich.

In welchem Land spielt der Film Coco?

Der Film Coco Disney spielt hauptsächlich in Mexiko, genauer gesagt in einem fiktiven Dorf, das stark von realen mexikanischen Städten und Traditionen inspiriert ist. Die Geschichte ist eng mit dem mexikanischen Feiertag Día de Muertos (Tag der Toten) verbunden, der eine zentrale Rolle in der Handlung einnimmt. Die kulturellen Elemente, die Architektur, die Musik und die familiären Werte spiegeln die reiche und vielfältige Kultur Mexikos wider. Der Film wurde bewusst so gestaltet, um die Authentizität dieser Kultur zu ehren und zu repräsentieren.

Was bedeutet der Día de Muertos für die mexikanische Kultur?

Der Día de Muertos ist für die mexikanische Kultur von immenser Bedeutung. Es ist ein farbenfrohes und lebensfrohes Fest, das dazu dient, der verstorbenen Angehörigen zu gedenken und ihre Seelen für eine Nacht in die Welt der Lebenden zurückzubegleiten. Es ist kein Tag der Trauer, sondern eine Feier des Lebens und der Erinnerung. Familien bauen Altäre (Ofrendas) mit den Lieblingsspeisen und -getränken der Verstorbenen, schmücken Gräber und versammeln sich, um Geschichten zu erzählen. Dieses Fest stärkt die familiären Bindungen und die Verbindung zwischen den Generationen, indem es den Tod als natürlichen Teil des Lebenszyklus begreift.

🏁 Fazit: Coco Disney als Lehrstück

Der Film Coco Disney ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Hollywood-Produktionen mit kulturell sensiblen Themen umgehen können – und welche Fallstricke dabei lauern. Der anfängliche Trademark-Skandal um den Día de Muertos diente als wichtige Mahnung, die jedoch zu einer positiven Entwicklung führte: der tiefgreifenden Zusammenarbeit mit mexikanischen Beratern. Diese Entscheidung ermöglichte es, einen Film zu schaffen, der nicht nur unterhält, sondern auch die Schönheit und Tiefe einer fremden Kultur respektvoll vermittelt. Für uns in der Forschung bleibt Coco Disney ein spannendes Fallbeispiel für die Diskussionen rund um kulturelle Aneignung und die Bedeutung von Authentizität in den Medien.

🔬 Über den Autor: Sandra Vogt – Redaktion · Forschung & Methoden
Wer sich mit der Darstellung indigener Kulturen in den Medien beschäftigt, stößt schnell auf die Frage der kulturellen Aneignung. Der Fall Coco Disney zeigt hier eindrücklich, wie ein anfänglicher Fehltritt durch konsequente Einbindung von Beratergremien und Reflexion in einen respektvollen Umgang münden kann. Die wissenschaftsjournalistische Einordnung dieser Prozesse ist mir ein Anliegen.
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