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Amazon Fund: Schutz für den Regenwald durch internationale Gelder

Der Amazon Fund ist ein zentraler Mechanismus zum Schutz des Regenwaldes, finanziert von Norwegen und Deutschland. Erfahren Sie mehr über seine Geschichte und Reaktivierung. →

Amazon Fund: Schutz für den Regenwald durch internationale Gelder
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2026-07-22

Der Amazon Fund (portugiesisch: Fundo Amazônia) ist ein internationales Finanzierungsinstrument, das 2008 ins Leben gerufen wurde, um den Schutz des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes zu fördern. Seine Geschichte ist eng mit den politischen Entwicklungen in Brasilien und dem Engagement globaler Partner wie Norwegen und Deutschland verbunden. Nach einer Phase der politischen Blockade unter der Regierung Bolsonaro wurde der Fonds 2023 unter Präsident Lula reaktiviert und spielt nun erneut eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Entwaldung.

Kurz zusammengefasst: Der Amazon Fund wurde 2008 gegründet, um Spenden für den Regenwaldschutz in Brasilien zu sammeln. Norwegen und Deutschland sind die Hauptgeber. Unter Bolsonaro wurde er 2019 eingefroren, unter Lula 2023 reaktiviert und verfügt aktuell über rund 3 Milliarden US-Dollar.
📋 Das Wichtigste in Kürze
  • Der Amazon Fund wurde am 1. August 2008 gegründet, um Investitionen in den Regenwaldschutz zu ermöglichen.
  • Norwegen ist der größte Geber mit rund 95 % der Gesamtmittel, gefolgt von Deutschland.
  • Unter der Regierung Bolsonaro wurde der Fonds 2019 eingefroren, wodurch keine neuen Projekte finanziert werden konnten.
  • Präsident Lula da Silva reaktivierte den Amazon Fund im Januar 2023 sofort nach seinem Amtsantritt.
  • Der Fonds verfügt aktuell über ein Budget von rund 3 Milliarden US-Dollar für zukünftige Projekte.

Was ist der Amazon Fund?

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Foto: Ivo Brasil / Pexels

Der Amazon Fund ist ein REDD+ Mechanismus, der eingerichtet wurde, um Spenden für nicht rückzahlbare Investitionen in Maßnahmen zur Verhinderung, Überwachung und Bekämpfung der Entwaldung sowie zur Förderung der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung des brasilianischen Amazonasgebiets zu sammeln. Er wurde am 1. August 2008 durch das Dekret Nr. 6.527 der brasilianischen Regierung gegründet und ist ein zentrales Instrument im internationalen Kampf gegen den Klimawandel und den Verlust der Biodiversität. Die Verwaltung des Fonds obliegt der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social).

Geschichte und Ziele des Fonds

Amazon Fund: Schutz für den Regenwald durch internationale Gelder
Foto: Jerson Martins

Die Gründung des Amazon Fund im Jahr 2008 markierte einen wichtigen Schritt in der internationalen Klimafinanzierung. Ziel war es, Anreize für Brasilien zu schaffen, die Entwaldungsraten im Amazonas zu senken, indem die Minderung von CO₂-Emissionen durch Waldschutz honoriert wird. Die Idee hinter dem Fonds ist, dass Länder, die Waldflächen erhalten und so zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen, finanzielle Unterstützung von Industrienationen erhalten. Diese nicht-rückzahlbaren Spenden sollen dann in Projekte fließen, die direkt oder indirekt dem Waldschutz, der nachhaltigen Entwicklung und der Verbesserung der Lebensbedingungen der lokalen und indigenen Bevölkerung dienen.

Zu den Hauptzielen des Amazon Fund gehören:

  • Die Überwachung und Bekämpfung der Entwaldung, beispielsweise durch die Stärkung von Umweltbehörden und den Einsatz moderner Technologien wie Satellitenüberwachung.
  • Die Förderung der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, um alternative Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung zu schaffen, die nicht auf Entwaldung basieren.
  • Die Verbesserung der Landnutzungsplanung und die Unterstützung von indigenen Territorien und Schutzgebieten.
  • Die Entwicklung von wissenschaftlichen und technologischen Lösungen zur Förderung des Waldschutzes.

📜 Forschung und Einordnung

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Foto: Pok Rie / Pexels
EINORDNUNG Forschungsstand und offene Fragen

Der Amazon Fund ist ein vielbeachtetes Modell der internationalen Klimafinanzierung, dessen Wirksamkeit und politische Resilienz intensiv diskutiert werden.

1
Effektivität des REDD+-Ansatzes. Die Forschung diskutiert, inwieweit der Amazon Fund als REDD+-Mechanismus tatsächlich zu einer dauerhaften Reduzierung der Entwaldung führt und ob sogenannte Leckage-Effekte (Verlagerung der Entwaldung in andere Gebiete) ausreichend adressiert werden.
2
Politische Abhängigkeit und Resilienz. Die Blockade des Fonds unter der Bolsonaro-Regierung hat die Anfälligkeit solcher Mechanismen für nationale politische Veränderungen aufgezeigt. Fragen der Governance und der Stärkung der Unabhängigkeit des Fonds sind zentrale Forschungsthemen.
3
Rolle indigener Völker. Studien betonen zunehmend die Notwendigkeit, indigene Völker stärker in die Entscheidungsfindung und Durchführung von Projekten des Amazon Fund einzubinden, da ihre Territorien oft die am besten erhaltenen Waldgebiete darstellen.
4
Impact auf soziale Ungleichheit. Es wird untersucht, ob und wie der Amazon Fund dazu beitragen kann, soziale Ungleichheit und die Marginalisierung traditioneller Gemeinschaften zu verringern, anstatt bestehende Machtstrukturen zu verstärken.
📚 FORSCHUNGSSTAND

Die Forschung zum Amazon Fund hat sich von der reinen Analyse der Entwaldungsraten hin zu komplexeren Fragen der Governance, der Rechte indigener Völker und der politischen Ökonomie des Regenwaldschutzes entwickelt. Die Reaktivierung des Fonds bietet neue Möglichkeiten, diese Aspekte zu untersuchen und Lehren für zukünftige Klimafinanzierungsmechanismen zu ziehen.

Norwegen und Deutschland als Hauptgeber

Die finanzielle Grundlage des Amazon Fund wurde maßgeblich durch zwei Länder gelegt: Norwegen und Deutschland. Norwegen ist der bei weitem größte Geber und hat seit der Gründung des Fonds den Großteil der Mittel bereitgestellt, was etwa 95 % der Gesamtspenden ausmacht. Deutschland hat sich ebenfalls als wichtiger Partner erwiesen und substanzielle Beiträge geleistet, insbesondere über die KfW Entwicklungsbank.

Die Beiträge dieser Länder sind an die messbare Reduzierung der Entwaldung im brasilianischen Amazonasgebiet gekoppelt. Das Prinzip lautet: Je weniger Wald abgeholzt wird, desto mehr Mittel fließen in den Fonds. Dies schafft einen direkten Anreiz für Brasilien, effektive Maßnahmen zum Waldschutz umzusetzen. Die Gelder werden nicht direkt an die brasilianische Regierung ausgezahlt, sondern über die BNDES als Verwalter des Fonds an ausgewählte Projekte verteilt. Dies soll Transparenz und eine zweckgebundene Verwendung der Mittel gewährleisten.

Geberland Beitrag (geschätzt) Rolle
Norwegen ca. 95 % der Gesamtmittel Größter Einzelgeber, maßgeblich für die Finanzierung
Deutschland Substanzielle Beiträge Zweitgrößter Geber, wichtige Rolle in der internationalen Zusammenarbeit
Andere Länder/Organisationen Geringere Anteile Ergänzende Beiträge zur Diversifizierung des Fonds

Die Bolsonaro-Ära und das Einfrieren des Fonds

Eine Zäsur in der Geschichte des Amazon Fund stellte die Präsidentschaft von Jair Bolsonaro (2019–2022) dar. Seine Regierung vertrat eine Politik, die oft als umweltfeindlich kritisiert wurde und die Entwaldung im Amazonasgebiet massiv vorantrieb. Im Jahr 2019 fror Bolsonaro den Amazon Fund de facto ein. Er löste die Lenkungsausschüsse des Fonds auf und änderte die Governance-Struktur, was von den Geberländern Norwegen und Deutschland als Bruch der ursprünglichen Vereinbarungen interpretiert wurde. Infolgedessen stellten beide Länder ihre Zahlungen an den Fonds ein.

Die Begründung der Bolsonaro-Regierung für das Einfrieren des Fonds war, dass die Mittel missbräuchlich verwendet würden und die Verwaltung des Fonds nicht transparent genug sei. Kritiker sahen darin jedoch einen Vorwand, um internationale Einmischung in die Umweltpolitik Brasiliens abzulehnen und den Weg für eine verstärkte wirtschaftliche Nutzung des Amazonas, einschließlich Landwirtschaft und Bergbau, zu ebnen. Während der Bolsonaro-Ära stiegen die Entwaldungsraten im brasilianischen Amazonasgebiet auf einen alarmierenden Stand, was international scharf verurteilt wurde.

Reaktivierung unter Lula und aktuelle Entwicklungen

Mit dem Amtsantritt von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva im Januar 2023 erfolgte eine sofortige Kehrtwende in der brasilianischen Umweltpolitik. Lula hatte im Wahlkampf versprochen, den Schutz des Amazonas wieder zur Priorität zu machen und den Amazon Fund zu reaktivieren. Dieses Versprechen setzte er umgehend in die Tat um. Die Lenkungsausschüsse des Fonds wurden wiederhergestellt, und die Geberländer Norwegen und Deutschland signalisierten umgehend ihre Bereitschaft, ihre Zahlungen wieder aufzunehmen.

Die Reaktivierung des Amazon Fund wurde international als positives Signal für den globalen Klimaschutz gewertet. Aktuell verfügt der Fonds wieder über ein beträchtliches Budget von rund 3 Milliarden US-Dollar, das für neue Projekte zur Verfügung steht. Neben den traditionellen Gebern Norwegen und Deutschland haben auch andere Länder und Organisationen ihr Interesse bekundet, sich am Fonds zu beteiligen, darunter die USA, Frankreich und die Europäische Union. Der wiederbelebte Amazon Fund soll nun dazu beitragen, die Entwaldung im brasilianischen Amazonasgebiet erneut zu senken und die nachhaltige Entwicklung der Region zu fördern.

Häufige Fragen

Was macht der Amazon Fund?

Der Amazon Fund ist ein Finanzierungsmechanismus, der Spenden für nicht rückzahlbare Investitionen in Projekte sammelt. Diese Projekte zielen darauf ab, die Entwaldung im brasilianischen Amazonasgebiet zu verhindern, zu überwachen und zu bekämpfen. Darüber hinaus fördert der Fonds den Schutz und die nachhaltige Nutzung des Regenwaldes sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen der lokalen und indigenen Gemeinschaften. Er unterstützt somit Brasiliens Bemühungen, seine Verpflichtungen im Rahmen des Klimaschutzes zu erfüllen.

Wann wurde der Amazon Fund gegründet?

Der Amazon Fund wurde am 1. August 2008 von der brasilianischen Regierung durch das Dekret Nr. 6.527 ins Leben gerufen. Die Gründung erfolgte als Reaktion auf die Notwendigkeit, internationale Unterstützung für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes zu mobilisieren und die Bemühungen zur Reduzierung der Entwaldung zu verstärken. Seitdem hat sich der Fonds zu einem wichtigen Instrument der internationalen Klimafinanzierung entwickelt, obwohl er temporär politisch blockiert war.

Wer sind die Hauptgeber des Amazon Fund?

Die Hauptgeber des Amazon Fund sind Norwegen und Deutschland. Norwegen ist der größte Beitragende und hat historisch etwa 95 % der Gesamtmittel des Fonds bereitgestellt. Deutschland hat über die KfW Entwicklungsbank ebenfalls signifikante Beträge beigesteuert und spielt eine wichtige Rolle in der internationalen Koordination. Nach der Reaktivierung des Fonds haben auch andere Länder und Organisationen Interesse an einer Beteiligung gezeigt, um den Schutz des Amazonas zu unterstützen.

Warum wurde der Amazon Fund eingefroren und reaktiviert?

Der Amazon Fund wurde 2019 unter der Regierung von Jair Bolsonaro eingefroren, da dieser die Governance-Struktur des Fonds infrage stellte und die internationale Zusammenarbeit ablehnte. Dies führte zu einem Stopp der Zahlungen durch Norwegen und Deutschland. Nach dem Amtsantritt von Präsident Lula da Silva im Januar 2023 wurde der Fonds umgehend reaktiviert, da Lula den Schutz des Amazonas wieder zur obersten Priorität erklärte und die ursprünglichen Lenkungsausschüsse wiederherstellte. Dies ermöglichte die Wiederaufnahme der internationalen Zahlungen.

Welche Rolle spielt der Amazon Fund für indigene Völker?

Der Amazon Fund spielt eine wichtige Rolle für indigene Völker, da viele der finanzierten Projekte direkt oder indirekt ihren Territorien und Lebensweisen zugutekommen. Die Projekte unterstützen Maßnahmen zur Landtitulierung, zur Stärkung der indigenen Selbstverwaltung und zur Förderung nachhaltiger Wirtschaftspraktiken, die den Wald schützen. Indigene Völker sind oft die besten Hüter des Waldes, und ihre Einbeziehung in die Schutzbemühungen des Amazon Fund ist entscheidend für den Erfolg des Fonds.

🏁 Fazit: Der Amazon Fund als Hoffnungsträger

Der Amazon Fund ist ein bemerkenswertes Beispiel für internationale Zusammenarbeit im Umweltschutz. Seine wechselvolle Geschichte, geprägt von politischer Blockade und erfolgreicher Reaktivierung, unterstreicht die Bedeutung nachhaltiger Finanzierungsmechanismen für den Erhalt globaler Ökosysteme. Mit der erneuten Unterstützung durch Norwegen, Deutschland und potenzielle weitere Geber bietet der Amazon Fund weiterhin eine wichtige Perspektive im Kampf gegen die Entwaldung und für den Schutz der Biodiversität im Amazonas-Regenwald.

🌳 Über den Autor: Tobias Klamm – Redaktion · Indigene Gegenwart
Wer sich mit dem Schutz des Amazonasgebiets beschäftigt, stößt unweigerlich auf die Bedeutung internationaler Finanzierungsmechanismen wie den Amazon Fund. Die politische Dimension dieser Initiativen, insbesondere die Auswirkungen von Regierungswechseln auf ihre Wirksamkeit, verdeutlicht die Fragilität und gleichzeitig die Notwendigkeit globaler Solidarität für den Regenwaldschutz.
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