Der Coyolxauhqui-Stein ist ein großdimensioniertes aztekisches Relief, das im Jahr 1978 zufällig in Mexiko-Stadt entdeckt wurde und die zerstückelte Mondgöttin Coyolxauhqui darstellt. Diese spektakuläre archäologische Entdeckung am Fuße des Templo Mayor revolutionierte das Verständnis der aztekischen Mythologie und des Coatepec-Mythos, der die Geburt des Kriegsgottes Huitzilopochtli und den tödlichen Konflikt mit seiner Schwester schildert. Die Erforschung des Steins und der damit verbundenen aztekischen Kosmologie bietet bis heute tiefe Einblicke in die religiösen Vorstellungen und die politische Ideologie des Reiches der Mexica.
- Der Coyolxauhqui-Stein wurde 1978 zufällig entdeckt.
- Das Relief hat einen Durchmesser von 3,25 Metern.
- Es zeigt die zerstückelte Mondgöttin Coyolxauhqui.
- Die Skulptur befindet sich heute im Museo del Templo Mayor in Mexiko-Stadt.
- Der Mythos der Coyolxauhqui ist zentral für die aztekische Kosmologie.
Was ist der Coyolxauhqui-Stein?

Der Coyolxauhqui-Stein ist ein rundes, reliefartiges Monument aus vulkanischem Stein, das die aztekische Mondgöttin Coyolxauhqui in zerstückeltem Zustand darstellt. Der Stein hat einen Durchmesser von 3,25 Metern und wiegt etwa 8 Tonnen. Er wurde um 1500 n. Chr. geschaffen und ist ein Schlüsselwerk der aztekischen Kunst und Mythologie. Die Entdeckung dieses Steins im Jahr 1978 war entscheidend für das Verständnis des Templo Mayor und der damit verbundenen religiösen Rituale, da er direkt am Fuße der Treppe des Huitzilopochtli-Schreins gefunden wurde.
| Merkmal | Beschreibung | Relevanz |
|---|---|---|
| Name | Coyolxauhqui-Stein | Benannt nach der dargestellten Göttin |
| Durchmesser | 3,25 Meter | Eines der größten aztekischen Reliefs |
| Material | Vulkanischer Stein | Typisch für aztekische Skulpturen |
| Fundort | Fuß des Templo Mayor, Mexiko-Stadt | Bestätigt den Coatepec-Mythos vor Ort |
| Datierung | Um 1500 n. Chr. | Spätklassik des aztekischen Reiches |
Die Entdeckung des Coyolxauhqui-Steins 1978

📜 Forschung und Einordnung

Die Entdeckung des Coyolxauhqui-Steins und die nachfolgenden Ausgrabungen des Templo Mayor haben das Verständnis der aztekischen Kultur maßgeblich verändert. Sie ermöglichten eine präzise Verknüpfung von Mythologie und archäologischen Befunden.
Die Forschung konzentriert sich weiterhin auf die symbolische Funktion des Coyolxauhqui-Steins im Kontext der aztekischen Staatsideologie und der Rolle von Huitzilopochtli als Schutzgott der Mexica. Die Interpretation der ikonografischen Details des Steins wird durch neue epigraphische und archäologische Funde stetig erweitert, wobei die genaue Zuordnung der Farbreste eine anhaltende Herausforderung darstellt.
Der Coatepec-Mythos im Zentrum der aztekischen Kosmologie

Coyolxauhqui und ihre Mutter Coatlicue
In der aztekischen Mythologie spielt die Beziehung zwischen Coyolxauhqui und ihrer Mutter Coatlicue eine zentrale Rolle. Coatlicue, deren Name „Die mit dem Schlangenrock“ bedeutet, ist eine der wichtigsten und komplexesten Gottheiten der Mexica. Sie wird als Erdgöttin, Schutzherrin des Lebens und des Todes sowie als Mutter des Sonnengottes Huitzilopochtli und der Mondgöttin Coyolxauhqui verehrt. Ihre Darstellungen sind oft furchterregend, mit einem Rock aus sich windenden Schlangen, einem Halsband aus Menschenherzen und Händen, und Klauen an Händen und Füßen. Die Geschichte ihrer wundersamen Schwangerschaft mit Huitzilopochtli und die Reaktion ihrer Kinder, insbesondere Coyolxauhqui, bildet den Kern des Coatepec-Mythos. Coyolxauhquis Versuch, ihre Mutter zu töten, wird als Akt des Chaos und der Rebellion gegen die kosmische Ordnung interpretiert. Huitzilopochtli, der aus dem Leib Coatlicues geboren wird, um sie zu verteidigen, stellt die Wiederherstellung dieser Ordnung dar. Der Coyolxauhqui-Stein ist somit nicht nur ein Zeugnis des Schicksals der Mondgöttin, sondern auch ein Denkmal für die Macht und Bedeutung ihrer Mutter Coatlicue als Ursprung des aztekischen Sonnengottes und der damit verbundenen Weltanschauung.Die Ikonografie des Coyolxauhqui-Steins
Die Darstellung auf dem Coyolxauhqui-Stein ist reich an symbolischen Details und vermittelt die Dramatik des Coatepec-Mythos auf eindringliche Weise. Die Göttin liegt in einer kreisförmigen Komposition, zerstückelt und nackt da, ihre Gliedmaßen sind vom Rumpf getrennt. Ihr Kopf, Arme und Beine sind kunstvoll arrangiert, um die Gewalt ihres Todes zu betonen. Ihr Name „Coyolxauhqui“, was in Nahuatl „Goldene Glocken“ oder „Frau mit den goldenen Glocken“ bedeutet, spiegelt sich in den Glocken wider, die oft an ihren Wangen oder als Ohrschmuck dargestellt werden. Auf dem Stein sind diese Glocken an ihren Wangen und um ihren Körper herum zu erkennen. Ihr Haar ist in einem typischen aztekischen Stil mit Federn und Quasten verziert, und ihr Gesicht zeigt oft ein erstauntes oder schmerzverzerrtes Ausdruck. Die entblößte Brust und der offene Bauch der Göttin betonen ihre Verwundbarkeit und die Brutalität ihrer Zerstückelung. Die feine Reliefarbeit und die präzise Darstellung der Anatomie, selbst in diesem zerteilten Zustand, zeugen von der hohen Kunstfertigkeit der aztekischen Bildhauer. Jedes Detail des Coyolxauhqui-Steins diente dazu, die religiöse Botschaft der aztekischen Herrscher zu verstärken: den Sieg des Kriegsgottes Huitzilopochtli und die Rechtfertigung der Menschenopfer als notwendigen Akt zur Aufrechterhaltung der kosmischen Ordnung.Der Coyolxauhqui-Stein heute
Nach seiner spektakulären Entdeckung wurde der Coyolxauhqui-Stein sorgfältig geborgen und restauriert. Heute ist er das zentrale Ausstellungsstück im Museo del Templo Mayor in Mexiko-Stadt, das direkt an der archäologischen Stätte des Templo Mayor liegt. Das Museum wurde speziell um die Ausgrabungsstätte herum gebaut, um Besuchern einen direkten Einblick in die aztekische Geschichte und Religion zu ermöglichen. Der Stein ist nicht nur ein beeindruckendes Kunstwerk, sondern auch ein mächtiges Symbol der mexikanischen Identität und des reichen kulturellen Erbes des Landes. Für Besucher ist der Anblick des massiven Reliefs, das so detailliert die zerstückelte Göttin zeigt, oft ein Höhepunkt des Museumsbesuchs. Er vermittelt ein tiefes Verständnis für die aztekische Vorstellungswelt, in der Mythos und Realität untrennbar miteinander verbunden waren. Die Forschung am Stein und den damit verbundenen Funden setzt sich fort, wobei moderne Technologien wie 3D-Scans und chemische Analysen neue Erkenntnisse über die ursprüngliche Farbigkeit und die Herstellungstechniken liefern.Wofür ist Coyolxauhqui die Göttin?
Coyolxauhqui war in der aztekischen Mythologie die Göttin des Mondes und der Milchstraße. Sie war die Tochter der Erdgöttin Coatlicue und die Anführerin ihrer 400 Brüder, der Centzonhuitznahua, die die Sterne des Südens repräsentierten. Ihre Rolle als Mondgöttin ist eng mit dem Coatepec-Mythos verbunden, in dem sie von ihrem Bruder Huitzilopochtli, dem Sonnengott, besiegt und zerstückelt wird. Diese mythologische Erzählung symbolisiert den täglichen Sieg der Sonne über den Mond und die Sterne und ist ein zentrales Element der aztekischen Kosmologie, das die kriegerische Ideologie der Mexica untermauerte.
Wo wurde 1978 der Coyolxauhqui-Stein gefunden?
Der Coyolxauhqui-Stein wurde im Februar 1978 zufällig bei Straßenbauarbeiten in der Nähe des Zócalo, des Hauptplatzes von Mexiko-Stadt, entdeckt. Der genaue Fundort war am Fuße der großen Treppe des Huitzilopochtli-Schreins am Templo Mayor, dem wichtigsten Doppelpyramidentempel der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán. Diese Entdeckung war nicht nur wegen der künstlerischen und mythologischen Bedeutung des Steins selbst revolutionär, sondern auch, weil sie zur systematischen Freilegung des gesamten Templo Mayor führte, der zuvor unter den kolonialen und modernen Schichten der Stadt verborgen lag. Heute kann der Stein im Museo del Templo Mayor besichtigt werden.
Was bedeutet Huitzilopochtli?
Huitzilopochtli ist der aztekische Kriegsgott und Schutzpatron des Volkes der Mexica. Sein Name bedeutet in Nahuatl „Kolibri des Südens“ oder „Kolibri der Linken“. Er wurde auf wundersame Weise von der Erdgöttin Coatlicue empfangen und spielte die zentrale Rolle im Coatepec-Mythos, in dem er seine Schwester Coyolxauhqui und seine 400 Brüder besiegte, um seine Mutter zu verteidigen. Huitzilopochtli symbolisiert die Sonne und den Krieg und war der Hauptgott, dem auf dem Templo Mayor, dem wichtigsten Tempel in Tenochtitlán, Menschenopfer dargebracht wurden. Sein Kult war eng mit der militärischen Expansion und der politischen Ideologie des aztekischen Reiches verbunden.
Was bedeutet Coatlicue?
Coatlicue ist eine der mächtigsten und ehrfurchtgebietendsten Göttinnen der aztekischen Mythologie, deren Name in Nahuatl „Die mit dem Schlangenrock“ bedeutet. Sie ist die Erdgöttin, die Göttin des Lebens und des Todes, der Fruchtbarkeit und der Wiedergeburt. Sie ist die Mutter des aztekischen Hauptgottes Huitzilopochtli und der Mondgöttin Coyolxauhqui. Ihre ikonografische Darstellung ist oft beeindruckend und furchterregend, mit einem Rock aus sich windenden Schlangen, einem Halsband aus Menschenherzen und Händen, und krallenartigen Füßen. Coatlicue repräsentiert die Dualität von Schöpfung und Zerstörung, die im aztekischen Weltbild tief verwurzelt war. Ihre Geschichte ist eng mit dem Coatepec-Mythos verbunden, der die Geburt Huitzilopochtlis und den tödlichen Konflikt mit Coyolxauhqui erzählt.
Was ist Huey Teocalli?
Huey Teocalli ist der Nahuatl-Begriff für den „Großen Tempel“, der sich auf den Templo Mayor in Tenochtitlán, der Hauptstadt des aztekischen Reiches, bezieht. Dieser großdimensionierte Doppelpyramidentempel war das religiöse und zeremonielle Zentrum der Stadt und dem Kriegsgott Huitzilopochtli sowie dem Regengott Tlaloc geweiht. Am Fuße seiner Treppe wurde der Coyolxauhqui-Stein gefunden, der direkt mit den Opferritualen und der Mythologie des Huitzilopochtli verbunden war. Der Templo Mayor war nicht nur ein Ort der Verehrung, sondern auch ein Symbol der aztekischen Macht und ihrer kosmologischen Weltanschauung, die den Sieg des Sonnengottes über die Kräfte des Chaos feierte.
🏁 Fazit: Der Coyolxauhqui-Stein als Schlüssel zur aztekischen Welt
Der Coyolxauhqui-Stein bleibt ein bemerkenswertes und zentrales Artefakt der aztekischen Kultur. Seine Entdeckung im Jahr 1978 war ein Meilenstein für die Archäologie und ermöglichte ein tieferes Verständnis des Coatepec-Mythos und der damit verbundenen aztekischen Kosmologie. Als bildliche Darstellung der zerstückelten Mondgöttin Coyolxauhqui am Fuße des Templo Mayor verdeutlicht er die enge Verbindung zwischen Mythos, Ritual und der politischen Ideologie des aztekischen Reiches. Der Stein ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern ein mächtiges Zeugnis einer komplexen und kriegerischen Kultur, deren religiöse Vorstellungen noch heute beeindrucken.
🗿 Über den Autor: Lukas Reuter – Chefredaktion · Mesoamerika
Wer sich mit der Entdeckung des Coyolxauhqui-Steins beschäftigt, stößt schnell auf die Frage, wie präzise die Archäologie heute aztekische Mythologie im Stadtraum von Mexiko-Stadt verorten kann. Die Quellenlage hat sich seit den 1970er-Jahren durch die Ausgrabungen am Templo Mayor entscheidend verbessert.
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